Wer nur auf den Ölpreis starrt, versteht die Geldpolitik nicht.
Der Fehler vieler Marktteilnehmer liegt im falschen Blickwinkel.
Sie diskutieren Ölzyklen, OPEC-Quoten und geopolitische Schlagzeilen – und ignorieren das Fundament.
Die Geldmenge ist kein Nebengeräusch.
Sie ist die Matrix, in der alle Preise entstehen.
Wenn M2 strukturell expandiert, während reale Produktion nicht im gleichen Tempo wächst, dann verschiebt sich das nominale Gleichgewicht – ob es kurzfristig sichtbar ist oder nicht.
Rohstoffe steigen nicht, weil sie „teurer“ werden.
Sie steigen, weil die Maßeinheit fällt.
„Wenn die Geldmenge strukturell nach oben springt und Öl nicht, dann ist entweder Öl falsch bewertet – oder das monetäre Regime ändert sich. Beides gleichzeitig geht nicht.“ - VC
An den Globalmärkten ist Öl derzeit nominell unteradjustiert zur massiven Geldmengenausweitung – ein strukturelles Ungleichgewicht, das latent Preisdruck erzeugt. Wenn sich die US-Iran-Konfrontation weiter zuspitzt und erneute militärische Eskalationen oder Sanktionen drohen, könnte das die Angebotsseite zusätzlich belasten und Ölpreisrisiken nach oben katalysieren. Die strategische Lage im Persischen Golf, inklusive Truppenbewegungen und Drohgebärden beider Seiten, trägt bereits zu Risikoaufschlägen in den Terminmärkten bei. Sollte ein größerer Konflikt ausbrechen oder der Schlängelweg des Öls durch die Straße-von-Hormuz ernsthaft gefährdet werden, wären Marktreaktionen deutlich schärfer als rein monetäre Impulse. Kurz: Monetäre Basisexpansion + geopolitische Eskalation = latent bis extrem erhöhter Ölpreisreaktionsraum.
„Gemessen an der Geldmenge ist Öl heute deutlich niedriger bewertet als im Zyklus 2007/2008. Der monetäre Unterbau ist größer, der Preis aber nicht.“ - VC