Die Vigilantes sind zurück

 

Vertrauen ist nicht nur eine Zinsfrage

Die Zinsen, zu denen sich Staaten Geld leihen müssen, steigen wieder deutlich. In Großbritannien sprangen die Finanzierungskosten zuletzt auf den höchsten Stand seit vielen Jahren. Gleichzeitig musste das amerikanische Finanzministerium ankündigen, deutlich mehr Geld leihen zu müssen als geplant. Die Steuereinnahmen reichen nicht mehr aus. Parallel dazu warnen große Banken offen davor, dass die USA in eine fiskalische Falle geraten sind, aus der sie kaum noch herauskommen.

Diese Entwicklungen sind keine isolierten Ereignisse. Sie hängen zusammen. Sie haben denselben Ursprung: Die Anleihemärkte beginnen wieder, Staaten zu disziplinieren.

Der Begriff dafür lautet: Bond Vigilantes.

  • Das Grundprinzip
  • Drei historische Warnschüsse
  • Das nächste Kapitel läuft bereits
  • Die USA: Kein Knall, sondern struktureller Druck
  • Europa: Langsamer, leiser, aber derselbe Mechanismus
  • Fiskalische Dominanz: Der Punkt, an dem die Notenbank gefangen ist
  • Inflation als unsichtbare Steuer
  • Die Rechnung wird enger
  • Warum das System nicht sofort zusammenbricht
  • Der eigentliche Punkt
  • Die USA haben ein Sonderproblem: Vertrauen ist nicht nur eine Zinsfrage

 

Wunschdaten invertiert und Zinserhöhungsangst

 

Die Renditen steigen

In der Berichtswoche stieg der Ölpreis aus zwei Gründen:

Die Erklärungen zum Abschluss von Präsident Trumps Besuch in China sind positiv und sollen beiden Ländern ein gutes Gefühl geben.

Beim BRICS-Gipfel in Indien bemühte sich Indien nachdrücklich, die Differenzen im Iran-Konflikt zu überbrücken, was die Wiederaufnahme iranischer Öllieferungen hätte begünstigen können. Dieser Versuch scheiterte. Iran war anwesend.

Der steigende Ölpreis schürt die Teuerungsspiralängste. Dies wiederum treibt die Renditen in die Höhe.

 

Dies wohlgemerkt ziemlich heftig, wie der Chart zeigt sanken die Kurse der US- Staatsanleihen (invers zu den Renditen laufend) abrupt und massiv.

Gold – das liquideste Asset der Welt

 

Der souveräne Margin Call

Es gibt eine Szene, die sich in Finanzkrisen immer wiederholt.

Sie findet nicht auf den Bildschirmen privater Anleger statt. Sie findet nicht in Talkshows statt. Sie findet auch nicht dort statt, wo später die einfachen Erklärungen geliefert werden. Sie findet in den Handelsräumen von Zentralbanken statt, in Krisenstäben von Finanzministerien, in nächtlichen Telefonaten zwischen Notenbankern, Regierungen, Großbanken und internationalen Institutionen.

Ein Land hat ein Problem.

Der Ölpreis ist plötzlich gestiegen. Die eigene Währung fällt. Die Importrechnungen explodieren. Es werden Dollar gebraucht. Sofort! Heute! Nicht in drei Wochen, nicht nach der nächsten Sitzung, nicht nach einer geordneten Refinanzierung.

Ein Energiepreisschock, ausgelöst durch Ereignisse tausende Kilometer entfernt, hat eine Liquiditätskrise ausgelöst. Und diese Krise lässt sich nicht mit langfristiger Planung lösen. Sie muss jetzt gelöst werden.

In diesem Moment steht der Finanzminister oder der Notenbankchef vor einer einzigen Frage:
Was kann ich verkaufen, das sofort, überall und ohne großen Abschlag in Dollar umgewandelt werden kann?
Was ist das liquideste Asset, das ich habe?

Die Antwort lautet: Gold.

Gold ist ein Reserveasset, das in der dunkelsten Stunde ohne Erlaubnis, ohne Intermediär und ohne politische Gegenpartei mobilisiert werden kann. CV

 

„The Winner Takes It All“

 

Google wird das KI-Rennen gewinnen

 

Die zentrale These ist klar: Google wird das KI-Rennen gewinnen. Nicht, weil Google gerade am lautesten auftritt. Nicht, weil Google den größten Hype produziert. Sondern weil Google als einziger großer Tech-Konzern die strategisch entscheidende Infrastruktur nahezu vollständig aus einer Hand anbieten kann.

Der Markt schaut im Moment auf die Chip-Manie, auf KI-Fantasien, auf Kursbewegungen und auf kurzfristige Euphorie. Aber genau darin liegt der Fehler. Die entscheidende Frage ist nicht, wer am meisten über künstliche Intelligenz redet. Die entscheidende Frage lautet: Wer kann diese Infrastruktur dauerhaft finanzieren, skalieren und kontrollieren?

Wie wir unseren Kunden bereits vor knapp zwei Jahren mitgeteilt haben, wird am Ende der „Tausendfüßler“ das Rennen machen: der Konzern, der nicht nur ein einzelnes starkes Bein hat, sondern viele tragfähige Beine gleichzeitig. Google besitzt genau diese Struktur – Suchmaschine, Cloud, eigene Chips, eigene Modelle, eigene Infrastruktur, eigene Distribution und ein globales Ökosystem.

Hinzu kommt ein kultureller Faktor, der oft unterschätzt wird: Google hat seinen ursprünglichen Campus-Stil nie vollständig verlassen. Genau diese innere Struktur ermöglicht echte Innovation, während viele andere internationale Konzerne Innovation durch Hierarchien, interne Politik, Verwaltungslogik und Angstkultur eher abwürgen als freisetzen.

KI ist kein Software-Wettbewerb, sondern ein Infrastrukturkrieg. Genau deshalb gewinnt Google. CV

Und hier trennt sich der Markt.

Technischer Short Squeeze trifft auf …

 

... Wunschdaten und Hoffnungserklärungen

Der Iran Krieg habe mit einem Sieg geendet, so der US- Präsident.

Die Gegenblockade durch die USA führt dazu, dass Iran an diejenigen Kunden, an welche es gerne verkaufen würde, nun auch nicht mehr verkaufen kann und damit ist der Export auf null, die Erlöse ebenso und die Lager füllen sich.

Halbleiteraktien sind ein Indikator für den gesamten Aktienmarkt, da sie der führende Sektor sind. Anstatt wie üblich bei einem Island Top zu verkaufen, nutzten Anleger den Kursrückgang bei Halbleiteraktien zum Kauf. Die nächste Herausforderung wird sein, ob Halbleiteraktien das jüngste Hoch überschreiten können.

Die Käufe von Halbleiteraktien nach Börsenschluss waren enorm.

Auslöser dieser Kaufwelle waren die Quartalszahlen von Alphabet, Meta, Microsoft und Amazon, die für 2026 einen Anstieg der Investitionsausgaben auf 725 Milliarden US-Dollar auswiesen. Wie bereits erwähnt, lag die vorherige Schätzung bei 650 Milliarden US-Dollar.

Technischer Short Squeeze dauert an

 

Ist Intel die nächste Nvidia (NVDA)?

Es gibt Berichte, wonach Iran möglicherweise nur noch Öllagerreserven für zwei bis fünf Tage besitzt. Dies wird Iran zu Zugeständnissen und einem Abkommen mit den USA zwingen.

Die Gegenblockade durch die USA führt dazu, dass Iran an diejenigen Kunden, an welche es gerne verkaufen würde, nun auch nicht mehr verkaufen kann und damit ist der Export auf null, die Erlöse ebenso und die Lager füllen sich.

Der Machtkampf im Iran hat sich zugunsten einer Hardliner-Position entschieden. Paradoxerweise erhöht ein geeinter Iran die Wahrscheinlichkeit eines Abkommens. Der iranische Außenminister wird Pakistan besuchen.

Ob es zu einem dauerhaften Waffenstillstand kommt, bleibt abzuwarten.

 

Deflation und Gold als Zahlungsmittel

 

Heftige Deflation bei gleichzeitiger Mangelteuerung

Wie schon in Osteuropa wird es nun auch im Konflikt im nahen Osten Routine, Energieinfrastruktur anzugreifen und dies mit dem Ziel, über ökonomische Zerstörung Kriegsziele zu erreichen.

US- Präsident Trump beobachtet den Aktienmarkt aufmerksam. Nur wenige Minuten nachdem der Aktienmarkt seinen Tiefststand erreicht hatte, verlängerte er die Frist für die Bombardierung der iranischen Energieinfrastruktur bis zum 6. April. Nach Börsenschluss erholte sich der Markt zunächst, doch dann folgte ein Rückschlag aus China.

 

Gezielte Energiezerstörung

 

Situation weiter brandgefährlich in jeder Hinsicht

Wie schon in Osteuropa wird es nun auch im Konflikt im nahen Osten Routine, Energieinfrastruktur anzugreifen und dies mit dem Ziel, über ökonomische Zerstörung Kriegsziele zu erreichen.

Exakt als der S&P 500 die kritische Marke von 6600 USD nach unten durchbrach, sagte Israels Ministerpräsident Netanyahu, dass Israel den USA helfen werde, die Straße von Hormus zu öffnen, und der Krieg werde „viel schneller enden, als die Leute denken.“

Ministerpräsident Netanyahu deckte auch Präsident Trump, indem er sagte, dass Israel allein gehandelt habe, als es Irans South Pars angriff. 

Den Spekulanten hat es gefallen, professionelle Investoren zogen aber beim Nachkauf nicht mit.

Auch wenn die Behauptung von Ministerpräsident Netanyahu, dass Iran keine ballistischen Raketen mehr herstellen kann, wahr ist, hatte Iran genügend vorhandene ballistische Raketen, die es weiterhin nutzen konnte, um zu feuern. 

Interrupt setzt sich fort

" ... die Straße von Hormus bleibe geschlossen."

Als der Iran seine Bedingungen für ein Kriegsende darlegte, schnellte der Ölpreis in die Höhe.

Warum sollte die Diskussion um Frieden den Ölpreis in die Höhe treiben?

Der Grund ist, dass der Iran Präsident Trump lediglich provozieren will. Es ist absolut ausgeschlossen, dass Präsident Trump auch nur eine der iranischen Bedingungen akzeptieren wird. Hier sind die drei Bedingungen des Irans aus einem Beitrag des iranischen Präsidenten:

  • „Anerkennung der legitimen Rechte des Irans“
  • „Zahlung von Reparationen“
  • „Feste internationale Garantien gegen zukünftige Aggressionen“

Der Iran eskalierte die Situation, indem er ein Schiff in irakischen Gewässern angriff. Der Iran behauptet, das Schiff gehöre den USA. Angriffe auf Schiffe stellen einen Strategiewechsel des Irans dar.

 

Interrupt deeper

 

Geldumlaufgeschwindigkeit sinkt

Der US- Produzentenpreisindex – der „Mangelindex“ PPI steht mit 0,5% vs. 0,3% Erwartung extrem hoch und seine Kernkomponente mit 0,8% noch höher. Der US- Arbeitsmarktbericht gilt aufgrund seiner Bedeutung als der wichtigste aller Berichte.

Und die Zahlen sind überraschend. Niemand hatte mit einem negativen Wert gerechnet. Hier die Details:

  • Die Zahl der Beschäftigten außerhalb der Landwirtschaft sank um 92.000 (Konsensprognose: 60.000).
  • Die Zahl der Beschäftigten im privaten Sektor außerhalb der Landwirtschaft sank um 86.000 (Konsensprognose: +78.000)
  • Die Arbeitslosenquote lag bei 4,4 % (Konsensprognose: 4,3 %).
  • Die durchschnittliche Wochenarbeitszeit betrug 34,3 Stunden (Konsensprognose: 34,3 Stunden).
  • Der durchschnittliche Stundenlohn lag bei 0,4 % (Konsensprognose: 0,3 %).

 

Vorsichtige Anleger sollten wachsam sein, da die Rezessionsangst wieder aufflammt. Betrachtet man die Situation umfassend und berücksichtigt die folgenden Daten, erscheint die Rezessionsangst berechtigt:

 

Interrupt- Das am Samstag offene Gold reagiert sofort

 

Diversifizierte Portfolios ein Muß!

Der US- Produzentenpreisindex – der „Mangelindex“ PPI kam mit 0,5% vs. 0,3% Erwartung extrem hoch herein und seine Kernkomponente mit 0,8% noch höher.

Das ist kein Anzeichen von Inflation, sondern von Mangel an Waren.

Und nun dies hier oben drauf:

 

Die Vereinigten Arabischen Emirate müssen ihre Flughäfen schließen wegen Kampfhandlungen im Iran Gebiet.

Darunter DBX. Das größte Luftfrachtcenter der Welt.

Was mit den Seestraßen geschehen wird, ist noch unklar.

Jedenfalls erhöht das insgesamt die Warenversorgung weltweit sicher nicht!

 

Im zweifel Gold kaufen

 

Das beste Asset in Stagflationen ist Gold

Mittlerweile zeigt das Protokoll der letzten Sitzung des Offenmarktausschusses der US- Zentralbank sogar einige Gouverneure, die sogar Zinsen erhöhen wollen.

Was sagt das US- Finanzministerium dazu?:

 

Die Kurse der US- Staatsanleihen vertragen eine Zinserhöhung ganz sicher nicht.

Was sagen die Daten?

  • Der PCE ist der bevorzugte Inflationsindikator der Fed. Die Inflation fiel höher aus als erwartet. Hier die Details:
  • Der Gesamt-PCE lag bei 0,4 % (Konsensprognose: 0,3 %).
  • Der Kern-PCE lag bei 0,4 % (Konsensprognose: 0,4 %).

 

Die US-Wirtschaft basiert zu 70 % auf Konsumausgaben. Daher achten umsichtige Anleger auf das persönliche Einkommen und die privaten Ausgaben. Die Daten zeigen, dass die Verbraucher weiterhin konsumieren und damit die Wirtschaft stützen. Hier die Details:

  • Die privaten Ausgaben lagen bei 0,4 % (Konsensprognose: 0,2 %).
  • Das persönliche Einkommen lag bei 0,3 % (Konsensprognose: 0,3 %).

 

Die BIP-Daten wirken auf den ersten Blick sehr schwach. Hier die Details:

  • Das BIP-Wachstum im vierten Quartal lag bei 1,4 % (Konsensprognose: 3,0 %).
  • Der Kettendeflator im vierten Quartal lag bei 3,6 % (Konsensprognose: 3,3 %).

 

Stagflation wäre das, wenn es denn Inflation gäbe.

Podcast 0567 – Venezuela, ohne Bomben …


... und Brasilien als strategischer Weckruf
(mit Volker Carus & Christian Vartian)

Warum „Regime Change“ nicht die Story ist, sondern das Danach – und weshalb Washington im eigenen Hinterhof seit Jahren zu spät dran ist.

„Aktueller könnte es kaum sein – am Vorabend einer möglichen US-Intervention im IRAN, jenem uralten ‚Land der Arier‘, dessen Name älter ist als jede moderne Ideologie.“  VC

 

In dieser Folge reden wir nicht über Empörung, sondern über Mechanik. Venezuela ist der Testfall: Nicht entscheidend ist, wie man ein Regime loswird – entscheidend ist, was danach entsteht. Genau daran sind viele Vorgänger-Operationen krachend gescheitert: reinrennen können sie alle, aufbauen fast keiner.

Der spannende Punkt diesmal: Es wirkt nicht wie ein klassischer Krieg – keine Bomben, kein „Irak-Rezept“. Eher wie eine elegante Kommando-/Deal-Logik. Und trotzdem bleibt das größte Rätsel unberührt: Wie ruiniert man eine Ölindustrie ohne Krieg? Pumpen sind keine Hightech. Rohöl bringt Dollar. Das kaputtzukriegen ist fast schon ein Kunststück – oder ein Hinweis darauf, dass dort mehr als nur Ideologie am Werk war.

Von dort drehen wir den Blick weiter: Wenn Moskau und Peking wirklich „ernsthaft“ drin gewesen wären, müsste das Land anders aussehen. Und dann landet die Diskussion zwangsläufig bei Brasilien: Ein industriell stärker werdender Titan im BRICS-Umfeld – im US-Hinterhof. Nicht als moralische Frage, sondern als strategischer Fehler der letzten Jahrzehnte. Die logischere Antwort wäre nicht Konfrontation, sondern kontinentale Kooperation: kurze Wege, kompatible Kultur, verlässliche Lieferketten – statt Fernabhängigkeit.

 

  • Hauptfrage: Nicht der Eingriff – das Danach (Stabilität, Aufbau, Investierbarkeit).
  • Venezuela wirkt „unkinetisch“: keine Bomben, eher Operation/Deal statt Invasion.
  • Kernrätsel: Ölindustrie-Kollaps ohne Krieg – wie geht das überhaupt?
  • These: Wäre Russland/China wirklich all-in gewesen, sähe die technische Handschrift anders aus.
  • Kontinent-Logik: „Amerika ist größer als die USA“ – Rohstoffe & kurze Wege sind real.
  • Brasilien: Eigenständige Industrieförderung macht es strategisch „zu groß“, um ignoriert zu werden.
  • Schlussgedanke: Kooperation im Hinterhof ist langfristig smarter als neue Fronten.

 

Verwirrdaten

 

Margin Call Kaskade

Vorsichtige Anleger sollten beachten, dass in den letzten acht Tagen 115 Aktien des S&P 500 um mehr als 7 % an einem Tag gefallen sind.

Erfahrungsgemäß leitet ein solches Ereignis häufig eine Korrektur ein. Wären die heutigen Verbraucherpreisdaten (VPI) höher ausgefallen, hätte eine Korrektur mit hoher Wahrscheinlichkeit begonnen.

Da die VPI-Daten nun aber moderater sind, gleichen sich positive und negative Einflüsse derzeit aus.

  • Der US- Gesamtverbraucherpreisindex (VPI) lag bei 0,2 % (Konsensprognose: 0,3 %).
  • Der Kernverbraucherpreisindex (VPI) lag bei 0,3 % (Konsensprognose: 0,3 %).

Damit sind die Verwirrdaten jetzt um den positiven teil ergänzt und damit vollständig, also verwirrend.

 

Davor waren die Verkäufe im NASDAQ 100