Beiträge von Volker Carus

Podcast – Die Achillesferse des digitalen Geldes

 

„Der Tresor ist sicher. Der Maschinenraum nicht.“

6,3 Milliarden Dollar gestohlen. Der Binance-Hack legt eine Schwachstelle offen, die weit über die Crypto-Industrie hinausreicht.

Der größte Crypto-Diebstahl der Geschichte hat eine unangenehme Wahrheit offengelegt: Die Sicherheit einer Blockchain ist nicht identisch mit der Sicherheit der Infrastruktur, die auf ihr aufgebaut wurde. Innerhalb kürzester Zeit verschwanden bei Binance Vermögenswerte in Milliardenhöhe. Rund drei Milliarden Dollar konnten anschließend eingefroren werden. Doch die eigentliche Bedeutung dieses Vorfalls reicht weit über die betroffene Handelsplattform hinaus.

Denn während native Crypto-Börsen ihre Kunden rund um die Uhr bedienen müssen, haben sich längst alternative Verwahrarchitekturen etabliert, die mit deutlich anderen technischen und organisatorischen Sicherheitsanforderungen arbeiten. Und damit stellt sich eine Frage, die nicht nur Binance, Coinbase oder BlackRock betrifft, sondern irgendwann auch die Europäische Zentralbank beantworten muss: Wie sicher ist unser digitales Geld tatsächlich – und wer beherrscht die technischen Systeme, von denen seine Funktionsfähigkeit abhängt?

Die große Sicherheitsillusion könnte darin bestehen, dass wir immer komplexere digitale Finanzsysteme errichten, während die Zahl jener Spezialisten, die diese Systeme auf ihrer untersten technischen Ebene tatsächlich verstehen und im Ernstfall wiederherstellen können, zum entscheidenden Engpass wird.

Dabei liefert der Binance-Angriff noch eine weitere, für langfristige Investoren höchst interessante Erkenntnis: Ausgerechnet jene institutionellen Bitcoin-Strukturen, die innerhalb der ursprünglichen Crypto-Szene häufig als Abkehr vom Ideal der Selbstverwahrung betrachtet werden, könnten über einen erheblichen operativen Sicherheitsvorteil gegenüber klassischen Crypto-Handelsplätzen verfügen.

Die eigentliche Pointe dieser Geschichte liegt möglicherweise gar nicht im gestohlenen Geld.

Inhalt:

  • 6,3 Milliarden Dollar – der größte Crypto-Raub der Geschichte
  • Die Unterschrift war gültig. Die Kontrolle war verloren.
  • Drei Milliarden Dollar eingefroren – und plötzlich zeigt sich die andere Seite der Dezentralisierung
  • Binance ist nicht pleite – jedenfalls lässt sich das aus diesem Angriff nicht ableiten
  • Der Verwahrer ist nicht gleich der Verwahrer
  • Coinbase, BlackRock und die getrennten Sicherheitswelten
  • Die Rechnung für langfristige Investoren
  • Die Täter sitzen nicht im Keller – sie betreiben ein Geschäftsmodell
  • Die Menschen, die den Maschinenraum tatsächlich beherrschen
  • Die Europäische Zentralbank und die Verwundbarkeit des digitalen Geldes
  • Die eigentliche Achillesferse "könnte" das Personal sein
  • Der Systembruch verläuft nicht zwischen Bitcoin und dem Bankensystem
  • Persönliche Anmerkung des Autors zu den Jungs-im-Maschinenraum

 

 

Podcast – Die Revolution frisst ihre Kinder

 

… und greift die bisherigen Burggräben an.

Künstliche Intelligenz funktioniert. Daran besteht kein Zweifel. Sie verändert Geschäftsmodelle, Arbeitsprozesse und ganze Industrien. Was wir allerdings seit 2023 grundsätzlich infrage stellen, ist die ökonomische Rechnung hinter dem gewaltigen Investmentboom, der sich rund um diese Technologie aufgebaut hat. Eine Rechnung, die jetzt ausgerechnet in den Bilanzen jener Unternehmen sichtbar wird, die den digitalen Wirtschaftsraum über Jahrzehnte nahezu nach Belieben beherrscht haben.

Bereits im Juni 2023 haben wir uns in unserem Podcast 0530 – KI mit der Frage beschäftigt, wer an dieser Technologie tatsächlich Geld verdient und bei wem hauptsächlich Zukunft gehandelt wird. Im August desselben Jahres folgte Podcast 0535 – Profitabilität von KI, unter anderem mit einer grundsätzlichen Betrachtung der Geschäftsmodelle von Microsoft und Alphabet. Am 29. August 2026 haben wir diese Argumentation in unserem Artikel und Podcast „Das Ende der KI-Investmentblase“ weiterentwickelt. Und wir haben damals eine Unterscheidung getroffen, die heute von erheblicher Bedeutung ist: Wir sprechen ausdrücklich nicht von einer KI-Blase. Wir sprechen von einer KI-Investmentblase.

„Und die Geschichte hat offenbar Sinn für Humor: Bereits 2023 haben wir die KI-Profitabilität ausgerechnet anhand von Microsoft und Google untersucht. Drei Jahre später liefern uns genau diese beiden Konzerne mit ihren eigenen Quartalszahlen die konkreten Beweisstücke für unsere damalige Grundthese. Bessere Zeugen hätten wir uns kaum bestellen können.“ VC

 

Die inzwischen vorliegenden Quartalszahlen und Finanzierungsstrukturen beginnen unsere damalige Grundthese zunehmend mit konkreten Zahlen zu unterlegen. Die Technologie macht gewaltige Fortschritte, die Investitionsvolumina explodieren, aber die Frage nach den zukünftigen Gewinnen, die dieses Kapital tatsächlich verzinsen sollen, wird immer drängender. Inzwischen geht es allerdings um weit mehr als überzogene Erwartungen an eine neue Technologie. Die KI-Revolution greift die ökonomischen Fundamente jener Konzerne an, die ihren Siegeszug mit Hunderten Milliarden Dollar finanzieren.

Inhalt:

  • Die Feudalherren verlieren ihre alten Privilegien
  • Alphabet – die Rechnung liegt jetzt auf dem Tisch
  • Microsoft – starke Gewinne, eine völlig neue Kapitalrechnung
  • Zirkelfinanzierung – das Geld läuft längst im Kreis
  • 63 Milliarden Dollar – der Kredit erreicht die nächste Dimension
  • Anthropic – das dritte Quartal wird zur Nagelprobe
  • Die Achillesferse ist der Kreditmarkt
  • Die Technologie gewinnt. Die Kapitalrendite entscheidet.
  • Und ein letzter Hinweis auf die Zukunft der heutigen Feudalherren

 

JAPAN ZIEHT DIE SCHRAUBE AN

 

Der YEN-Short verliert seine Rückversicherung 

Wir haben Anfang September beschrieben, wie Japan seine Interventionsstrategie verändert hat. Nicht mehr allein das eingesetzte Kapital entscheidet. Entscheidend ist, dass der Markt nicht mehr weiß, wann und wo der nächste Schlag kommt.

Jetzt liefert Tokio die nächste Eskalationsstufe.

BOJ-Gouverneur Kazuo Ueda erklärte am 16. Oktober in Bangkok, dass die zugrunde liegende Inflation inzwischen nahe am Zwei-Prozent-Ziel liege und eine weitere Beschleunigung nicht toleriert werde.
Die Bank of Japan hält damit ausdrücklich an weiteren Zinserhöhungen fest. Einen konkreten Termin nannte Ueda nicht.

 

Podcast: Bitcoin – Ende des Bärenmarktes?

 

Der Ausbruch ist noch keine Entscheidung

Der Markt steht dort, wo es jetzt wirklich interessant wird. Warum alte Bitcoin-Zyklen heute nur noch bedingt helfen.

Am 5. März haben wir in unserer Analyse „ETF-Kapital als Stabilitätsanker im Bitcoin-Bärenmarkt“ eine These aufgestellt, für die es damals noch keine historische Blaupause gab: Die Einführung der Spot-ETFs hat die Struktur des Bitcoin-Marktes verändert. Nicht kosmetisch, sondern fundamental.
Bitcoin hatte einen massiven Bärenmarkt hinter sich, die Verluste waren erheblich, und trotzdem passierte etwas, das in früheren Zyklen so nicht zu beobachten war: Das große ETF-Kapital kapitulierte nicht. Keine systemischen Abflüsse. Keine klassische Panikwelle. Keine institutionelle Flucht aus dem Asset.

Unsere damalige Kernaussage lautete deshalb:
ETF-Kapital stabilisiert den Bitcoin-Markt.
Sechs Monate später stehen wir jetzt an dem Punkt, an dem diese These erstmals wirklich geprüft wird. Nicht mehr nur auf der Unterseite. Sondern auf dem Weg zurück nach oben. Denn eines wissen wir inzwischen: ETF-Investoren können Verluste aushalten.

Was wir noch nicht wissen:
Können sie auch Gewinne aushalten?
Genau darum geht es jetzt.

Inhalt:

  • Der Markt ist dort angekommen, wo wir ihn im März bereits eingezeichnet hatten
  • Volumen ist wichtiger als Linienmalerei
  • Die ETF-Investoren kommen zurück an ihren Einstand
  • Der entscheidende Unterschied zu früheren Bitcoin-Zyklen
  • Der 50-Week Moving Average liefert erstmals ein echtes Regimesignal
  • Der Widerstand ist nicht das Problem – die Reaktion danach ist es!
  • Ein Rücksetzer wäre keine Katastrophe
  • Die nächsten Monate könnten wesentlich langweiliger werden, als viele erwarten
  • 95.000 Dollar ist die Marke
  • Der Bärenmarkt könnte vorbei sein – aber beweisen muss es der Markt
  • Hinweis für unsere Spezialservices

 

Podcast: Die Bank of Japan wirkt

 

Kippt der Yen Carry-Trade?

Am 4. Mai haben wir geschrieben: USDJPY 140 ist aktuell die wichtigste Zahl der Welt.

Nicht weil 140 irgendeine magische Chartmarke wäre. Sondern weil an dieser Achse entschieden wird, ob aus einer Bewegung im Yen ein globales Liquiditätsereignis wird. Damals war unsere These klar: Die Gefahrenzone beginnt nicht erst bei 140. Sie beginnt dort, wo der Markt begreift, dass 140 erreichbar wird.

Im Podcast gibt es eine persönliche Anmerkung zum verbreiten offensichtlicher Fake-News vieler sogenannter Experten, Börsen-Gurus u.ä. Gedöns (wie es Alt-Kanzler Gerhard Schröder mal so schön nannte).

Am 4. September folgte der nächste Schritt.
„Die Spekulanten werden sich die Finger verbrennen.“

Die Bank of Japan hatte ihre Strategie verändert. Nicht mehr nur Milliarden in den Markt werfen, den Yen nach oben schlagen und anschließend dabei zusehen, wie die Spekulanten nach einigen Tagen wieder in denselben Trade zurückkehren.

Diesmal ging es um etwas anderes.
Der Markt soll unsicher sein. Das ist der entscheidende Unterschied.

Rate Checks. Unterschiedliche Accounts. Schläge an technischen Marken. Eine bewusst falsch gesetzte Fährte am 61,8%-Retracement. Und vor allem die permanente Frage für jeden Yen-Short: War das gerade echte Intervention? War es nur ein Rate Check? Hat jemand seine Position reduziert? Läuft bereits neues Volumen? Kommt der nächste Schlag?

Die eigentliche Idee dahinter hatten wir ebenfalls klar formuliert:
Denn sobald der Markt beginnt, Yen zu kaufen, weil er Angst davor hat, dass die BOJ Yen kaufen wird, arbeitet er für die BOJ.
Seit dem 9. September bekommt dieser Satz eine neue Qualität.

Inhalt:

  • Genau das wollte die BOJ erreichen
  • Aus dem Yen-Short wird ein Yen-Long
  • Die Grundlage verändert sich
  • 103 Milliarden Dollar sitzen auf der falschen Seite
  • Die wichtigste Veränderung findet vor dem eigentlichen Unwind statt
  • Wenn freiwilliges Verkaufen aufhört
  • Der Markt hat die Unsicherheit verstanden
  • Die Zinsdifferenz arbeitet nicht mehr nur für die Spekulanten
  • Japanisches Geld muss nicht mehr zwingend ins Ausland
  • Die 4-Billionen-Dollar-Frage bleibt
  • Dann kommen die US-Treasuries
  • Der Unterschied zu früher
  • Von 153 über 142 bis 140
  • Die Bank of Japan wirkt
  • Kippt der Yen Carry-Trade?
  • Und am Ende sitzen plötzlich zwei im selben Boot

 

Podcast: JPY Intervention

 

Oder: Unsicherheit als Mittel der Wahl

Wie wir Ihnen vor einigen Wochen bereits gesagt haben: Die Spekulanten werden sich die Finger verbrennen. Genau das ist passiert.

Auch das, was danach kam, war keine Überraschung. Wir hatten beim USD/JPY nach dem ersten Schlag den Rücklauf aus dem Bereich um 157 in Richtung 160 erwartet. Genau dort lief der Markt hin – sauber bis an das 61,8%-Fibonacci-Retracement.

 

Keine Zauberei. Keine Überraschung. Sondern ziemlich exakt das, was wir erwartet hatten.

Nach 23 Jahren im Yen-Handel muss ich nicht darüber rätseln, ob die Bank of Japan interveniert. Ich kenne die Handschrift. Interessanter ist, wie Japan diesmal vorgeht. Denn man hat aus den vergangenen Interventionen gelernt.

Die stärkste Waffe ist nicht mehr allein das Geld.
Es ist die Unsicherheit.
Nicht wir sind unsicher. Der Markt soll unsicher sein. Das ist der entscheidende Unterschied.

Denn sobald der Markt beginnt, Yen zu kaufen, weil er Angst davor hat,
dass die BOJ Yen kaufen wird, arbeitet er für die BOJ. VC

 

Inhalt:

  • Die bewusst falsch gesetzte Fährte
  • Warum 100 Milliarden weniger wert sein können als Unsicherheit
  • Was sind Rate Checks?
  • Der Markt erledigt einen Teil der Arbeit selbst
  • Unter dem Ganzen liegt der größte Carry Trade der Welt
  • Wenn freiwilliges Verkaufen aufhört
  • Japan will diesen Yen nicht mehr
  • Der Yen ist der Stressmesser
  • Nicht wir sind unsicher

 

Podcast: Das Ende der KI Investmentblase

 

dot com 2.0 - nur anders - damals hieß es C-Day

 

Wir nennen es bewusst nicht KI-Blase. Wir nennen es KI-Investmentblase. Dieser Unterschied ist nicht semantisch, sondern die Grundlage der gesamten Betrachtung. Wir halten künstliche Intelligenz für real, für disruptiv und wahrscheinlich für eine der wichtigsten technologischen Veränderungen dieser Dekade. Die Modelle werden besser, die Anwendungen werden zahlreicher, die Kosten werden sinken und ein erheblicher Teil dessen, was heute noch von Menschen erledigt wird, wird künftig von Maschinen übernommen oder zumindest massiv unterstützt werden. Das alles kann stimmen. Und trotzdem kann sich rund um diese Technologie gerade eine der größten Kapitalfehlallokationen seit der Jahrtausendwende aufbauen.

Denn mit der Technologie Recht zu haben und mit dem Investment Recht zu haben, sind zwei völlig verschiedene Spiele. Das haben wir schon einmal erlebt. Damals hieß es C-Day.

Das Internet war keine Blase. Glasfaser war keine Blase. Router waren keine Blase. Der explodierende Datenverkehr war keine Fantasie. Die Vorstellung, dass irgendwann Milliarden Menschen, Unternehmen und Maschinen permanent miteinander verbunden sein würden, war nicht zu optimistisch. Im Gegenteil: Sie war noch viel zu konservativ. Und trotzdem platzte die Dotcom-Blase.

Cisco war damals keine Pommesbude mit Website. Cisco war profitabel, technologisch führend und einer der wichtigsten Ausrüster jener Infrastruktur, auf der die digitale Revolution anschließend tatsächlich stattfand. Die Aktie verlor trotzdem rund 89 Prozent ihres Wertes. Amazon verlor vom Hoch zum Tief rund 94 Prozent. Das Internet gewann. Die Technologie gewann. Die Infrastruktur wurde gebraucht. Wer sie zum falschen Preis gekauft hatte, verlor trotzdem.

Inhalt:

  • Die Burg wird wahrscheinlich stehen bleiben
  • Die Technologie ist real. Die Rechnung vielleicht nicht.
  • Viel Begeisterung, wenig Bilanzwirkung
  • Nvidia, OpenAI und das Geld, das im Kreis läuft
  • „Information at your fingertips“
  • Diesmal kommt der Kredit dazu
  • Technologie altert schneller als Schulden
  • Drei Billionen sind irgendwann keine Spielerei mehr
  • Wer hält am Ende die Forderung?
  • Die Infrastrukturblase des Jahres 2000 war ebenfalls real
  • Diesmal sitzen die Burgherren auf der anderen Seite
  • Wenn es brennt, gehen die Burgherren einkaufen
  • Nvidia ist dabei eine eigene Kategorie
  • Der Trade findet dich
  • Oben KI-Hallen. Unten Milch auf Pump.
  • Man braucht überhaupt keinen KI-Crash
  • Was für KI bullish ist, kann für das KI-Investment bearish sein
  • Vielleicht ist nicht die Nachfrage falsch. Vielleicht ist nur der Preis falsch.
  • C-Day
  • Der Verkäufer wird zum Finanzierer
  • Cisco war ebenfalls kein Schrott
  • Diesmal hängt noch mehr Kredit daran
  • Man braucht dafür keinen Einbruch bei Nvidia
  • Der Preis der Revolution
  • Deshalb interessiert uns nicht, ob KI gewinnt
  • Und wenn die Investmentblase platzt?
  • Dot com 2.0 – nur anders
  • Die Irren hatten Recht
  • Eine winzige Hommage an: Christopher Hartnett

 

Podcast: Let’s Twist Again

 

Oder die 1. Vorstufe zu QE

Das Entscheidende ist nicht das Volumen. Das Entscheidende ist, dass überhaupt eingegriffen wird. Das US-Finanzministerium beginnt, länger laufende eigene Staatsanleihen zurückzukaufen. Betroffen sind Laufzeiten von zehn bis dreißig Jahren. Offiziell geht es um Liquiditätsunterstützung im Treasury-Markt. Praktisch ist die Zielrichtung kaum zu übersehen: Die Renditen am langen Ende der Zinskurve sollen gedrückt werden.

 

Genau hier beginnt die eigentliche Geschichte. Denn die Renditen langlaufender US-Staatsanleihen waren zuvor massiv gestiegen. Das ist für die USA nicht irgendein Problem innerhalb eines abstrakten Bondmarktes. An diesen Renditen hängt ein erheblicher Teil der amerikanischen Kreditwirtschaft. Vor allem Hypotheken und andere langfristige Konsumentenkredite orientieren sich an den zehn- und dreißigjährigen Treasury-Renditen. Steigen diese Renditen dauerhaft, steigen die Finanzierungskosten für Häuser, Unternehmen und Verbraucher. Damit wird aus einem Problem des Anleihemarktes sehr schnell ein Problem der gesamten Volkswirtschaft.

Inhalt:

  • Noch kein QE – aber der Staat hat geblinzelt
  • Symbolisches Volumen – gewaltiges Signal
  • Das Problem sitzt am langen Ende
  • Die Käufer werden zum Problem
  • 40 Billionen Schulden ändern die Mathematik
  • Der Treasury konkurriert inzwischen um Kapital
  • Operation Twist ist keine Lösung
  • Dann reagieren Gold und Bitcoin
  • Gold und Bitcoin stehen auf derselben Seite des Tisches
  • Der gefährliche Präzedenzfall
  • Die 1. Vorstufe zu QE
  • Auffallend ist das Datum

 

Podcast: Tether


Die Ur-Wale und die Zukunft des digitalen Dollars

Bitfinex - die Pioniere der kommenden Finanzordnung

Im vorherigen Artikel haben wir erklärt, warum der CLARITY Act kein gewöhnliches Cryptogesetz ist, sondern das Grundgesetz der kommenden digitalen Finanzordnung. Aber der CLARITY Act erschafft diese Ordnung nicht. Er kommt zu spät.

Der digitale Dollar existiert längst. Die globale Liquidität existiert längst. Die Infrastruktur existiert längst. Und diejenigen, die sie gebaut haben, warteten weder auf die Erlaubnis Washingtons noch auf die Erkenntnis der Wall Street. Sie bauten zuerst den Markt. Danach kamen die Behörden.

„Bitfinex – schönen Gruß an die Behörden, der Markt sind wir.“ CV

Dieser Satz wurde im Juni 2019 geprägt. Zu einem Zeitpunkt, an dem die heute gefeierten institutionellen Bitcoin-Prediger noch keine Rolle spielten, die großen Vermögensverwalter Bitcoin öffentlich bekämpften und die meisten Banken den gesamten Sektor entweder nicht verstanden oder bewusst kleinredeten.

Der Satz war keine Provokation. Er war eine Zustandsbeschreibung.
Bitfinex war nicht irgendeine Cryptobörse. Bitfinex war die Börse der Ur-Wale. Und Tether war nicht irgendein Stablecoin. Tether war ihre eigene Dollarliquidität.

Inhalt:

  • Die Geschichte beginnt nicht mit der Wall Street
  • Bitfinex war die Wal-Börse
  • Dann bauten sie sich den Dollar selbst
  • Börse, Liquidität und Rechnungseinheit
  • Tether baute, was Banken nicht bauen konnten
  • Die „Tether-Bombe“, die seit Jahren explodieren soll
  • Die profitabelste Bank, die keine Bank sein will
  • Die Reservearchitektur hinter USDT
  • Gold in der USDT-Reserve ist nicht XAUT
  • XAUT – Gold wird digital beweglich
  • Zwei Goldebenen, zwei Machtfunktionen
  • Der nächste Schritt nach dem digitalen Dollar
  • Keine Bank – und trotzdem eine der wichtigsten Dollarbanken der Welt
  • Die Kunden wollen den Dollar – nicht die Bank
  • Der Dollar, den lokale Regierungen kaum stoppen können
  • Tether umgeht die Banken und finanziert Washington
  • Der GENIUS Act war die staatliche Kapitulation vor der Realität
  • Der CLARITY Act kommt auf Tether zu
  • Die Banken haben das Problem inzwischen verstanden
  • Was geschieht, wenn Tether Rendite weitergibt?
  • Die Banken können Tether nicht kopieren, indem sie einen Token ausgeben
  • Die Ur-Wale verstanden den Goldrausch
  • Die sichtbaren Gesichter sind nicht das Machtzentrum
  • Reicher als Gott – und kaum jemand kennt sie
  • Die Seychellen sind kein dekorativer Firmensitz
  • Offshore war kein Zeichen von Schwäche
  • Faktische Unangreifbarkeit
  • Systemrelevanz ohne demokratischen Auftrag
  • Bitcoin, Gold und Tether sind keine Gegensätze
  • Die stille Bitcoin- und Goldstrategie
  • Der Staat braucht Tether möglicherweise mehr als Tether den Staat
  • Kein CBDC – und trotzdem programmierbarer Dollar
  • Die größte Privatbank der digitalen Welt
  • Was geschieht, wenn der Markt kippt?
  • Der Markt hat längst abgestimmt
  • „Der Markt sind wir“
  • Der eigentliche Pionier
  • Der strukturelle Endpunkt

 

Podcast: CLARITY Act

 

Die Zukunft des Banking
Grundsatz-Podcast

Der CLARITY Act ist kein Cryptogesetz. Wer ihn darauf reduziert, hat nicht verstanden, worum es hier tatsächlich geht. Es geht nicht nur darum, ob Bitcoin, Ethereum, XRP oder andere digitale Vermögenswerte künftig von der SEC oder der CFTC reguliert werden. Es geht nicht nur um neue Lizenzen für Cryptobörsen, um Stablecoins, DeFi, Tokenisierung oder Anlegerschutz.

Es geht um eine viel größere Frage:
Wer kontrolliert künftig das Geld?

 

Wer gibt es aus? Wer verwahrt es? Wer verdient die Rendite darauf? Wer besitzt die Kundenschnittstelle? Wer kontrolliert den Zahlungsverkehr? Und wer wird in der digitalen Finanzordnung überhaupt noch eine klassische Bank benötigen?

Der CLARITY Act entscheidet deshalb nicht über irgendeinen Nischenmarkt. Er entscheidet über die Zukunft des Banking.

Inhalt:

  • Die regulatorische Grundentscheidung
  • Regulierung ist hier keine Bremse
  • Die USA kämpfen um den Standort
  • Der GENIUS Act war nur der Anfang
  • Der digitale Export des Dollars
  • Der eigentliche Krieg beginnt bei der Rendite
  • Einlagen sind der Rohstoff der Banken
  • Der aktuelle Kompromiss ist nur ein Zwischenschritt
  • Die Wallet wird zum Konto
  • Neue Digitalbanken gegen alte Großbanken
  • Banken können mitspielen oder verlieren
  • Der Anlegerschutz ist keine Nebensache
  • Die regulierten Börsen werden die Gewinner
  • Entwickler sind keine Banken
  • Die Risiken sind real
  • Der politische Streit ist nur die Oberfläche
  • Crypto ist eine Wählergruppe
  • Tokenisierung ist der eigentliche Markt
  • Die neue Finanzarchitektur
  • Die strategische Bitcoinreserve kommt später
  • CBDC oder privater Stablecoin
  • Der Dollar gegen China und BRICS
  • Der strukturelle Endpunkt
  • Und dann ist da noch Tether

 

Podcast: Gold oder Bitcoin?

 

Den fundamentalen Fehler, den die meisten machen!

Wir starten mit dem absoluten Klassiker:
Angebotsschock durch steigende Energiepreise, wie 1973 und 1979.
Wir hatten dazu einen ausführlichen Artikel publiziert.

So kommen wir dann ganz schnell zum:
Dem Märchen vom Zinsanhebungszyklus

 

Bevor wir uns dem wirklich Wichtigen zuwenden:

Was zahlt keine Zinsen und warum nicht?
Was ist in der digitalen Welt echt und was ist nicht echt?

 

 

Inhalt:

  • Der klassische Angebotsschock
  • Das Märchen vom dauerhaften Zinsanhebungszyklus
  • Warum eine Krise Gold nicht automatisch sofort explodieren lässt
  • Gold zahlt keine Zinsen – oder doch?
  • Überhitzung, Überkorrektur und Marktintervention
  • Gold wird wieder zu Geld
  • Warum Kollateral so wichtig ist
  • Gold als Kollateral für Privatpersonen
  • Tokenisiertes Gold
  • Die goldgedeckte Zahlungskarte
  • Gold als Kollateral für Unternehmen
  • Gold als strategisches Instrument der Staaten
  • Die Goldwährung kommt anders, als die meisten erwarten

 

  • Bitcoin: Wenn das Interesse verschwindet
  • Bitcoin ist nicht mehr neu – aber deshalb nicht bedeutungslos
  • Der fundamentale Fehler
  • Gold oder Bitcoin? Genau das ist die falsche Frage
  • Den Abgesang auf Bitcoin teilen wir nicht
  • Bitcoin ist nicht „Crypto“
  • Was ist in der digitalen Welt echt?
  • Auch beim Gold musst du vertrauen
  • Das Einzige, was in der digitalen Welt echt ist
  • Gold in der materiellen Welt – Bitcoin in der digitalen Welt
  • Gold kann nicht ohne Vertrauensparteien bewegt werden
  • Es geht nicht um Gold oder Bitcoin
  • Das digitale Äquivalent von Gold
  • Eine Transaktion final beenden
  • Bitcoin als Kasseninstrument
  • Wer regelmäßig final abrechnen muss, hält den Bestand vor
  • Bitcoin als Settlement Layer
  • Die Wall-Street-Phase wird enden
  • Eine einzige Sache ist digital knapp
  • Quantencomputer ändern daran nichts
  • Der Fork bleibt Bitcoin
  • Bitcoin ist nicht tot
  • Funktion ist nicht Preis
  • Die einzige sinnvolle Vergleichsgröße

 

  • Die Menschheit hat sich aktuell für Gold entschieden
  • Gold wird Staatsanleihen ersetzen – nicht Bitcoin
  • Bitcoin hat keine großen Feinde – aber auch keinen großen Käufer
  • Was zahlt keine Zinsen und keine Dividenden?
  • Auch das Girokonto ist kein Geld
  • Die Antwort lautet nicht Gold oder Bitcoin

 

 

 

Podcast: „Größere Kriegswelle am Golf“

 

„… und die Welt ignoriert die Realität“
„Grundsatz-Essay zur Neuordnung globaler Machtstrukturen im 21. Jahrhundert – Teil 8“

Der Krieg am Golf ist kein regionales Ereignis. Er ist ein globaler Preismechanismus. Wer ihn ignoriert, wird ihn später bezahlen. VC

 

Der Irankrieg startet faktisch wieder neu, nur die Dimension ist erheblich größer.

Was als Feuerpause, Memorandum oder diplomatische Zwischenlösung verkauft wurde, war nie ein belastbarer Frieden. Es war eine Pause auf Papier. Jetzt zeigt sich: Dieses Papier war nicht die Grundlage einer neuen Ordnung, sondern nur die Zwischenschicht vor der nächsten Eskalation.

Die Feuerpause ist nicht in Gefahr.
Sie ist nicht ausgesetzt.
Sie wackelt nicht.

Sie ist faktisch vorbei.

Damit beginnt nicht nur eine neue militärische Phase am Golf, sondern eine neue wirtschaftliche Realität für die Welt, die von Politik, Medien und Märkten noch immer behandelt wird, als wäre sie ein fernes Randereignis.

Das ist sie nicht.

Was im Persischen Golf geschieht, kommt an der Tankstelle an.
Es kommt beim Heizöl an.
Es kommt bei Lebensmitteln an.
Es kommt bei Frachtraten, Versicherungen, Lieferketten, Zinsen und Inflation an.

Aber die Eskalation reicht inzwischen über die Straße von Hormus hinaus.

Es geht nicht mehr nur um Tanker, Öl, LNG, Hafenanlagen und militärische Ziele am Golf. Es geht auch um die Landkarte hinter dem Golf. Um Brücken. Um Bahnstrecken. Um Verbindungslinien tief im iranischen Landesinneren.

Genau dort wird der größere strategische Rahmen sichtbar.

Der Iran hat nicht nur einen maritimen Ausgang über Hormus. Er hat auch kontinentale Ausweichräume. Verbindungslinien nach Norden und Osten. Landkorridore Richtung Russland und China.

Wenn Hormus blockiert, bedroht oder versicherungstechnisch unbrauchbar wird, dann gewinnen diese Landachsen massiv an Bedeutung. Wenn Tanker nicht mehr fahren, werden Bahnstrecken wichtiger. Wenn der Seeweg zur Falle wird, wird der Landkorridor zur strategischen Lebensader.

Deshalb sind Angriffe auf Brücken und Bahnverbindungen keine Nebensache.

Wer solche Ziele trifft, trifft nicht nur Beton und Stahl. Er trifft die Fähigkeit des Iran, seine Verwundbarkeit am Golf über Land zu umgehen. Er trifft den Versuch, Handel, Versorgung, Energie, Waffen, Technologie und politische Rückendeckung stärker über Russland und China abzusichern.

Damit wird klar:
Dieser Krieg wird nicht nur um die Straße von Hormus geführt.

Er wird auch um die Frage geführt, ob der Iran sich dauerhaft in eine kontinentale Gegenordnung nach Russland und China absetzen kann.

Wer Hormus kontrolliert, kontrolliert den maritimen Druckpunkt.
Wer die Landachsen nach Russland und China trifft, kontrolliert den Ausweichraum.

Genau deshalb ist diese Eskalation größer, als sie auf den ersten Blick aussieht.

Sie ist nicht nur ein Krieg um Schiffe.
Sie ist nicht nur ein Krieg um Öl.
Sie ist nicht nur ein Krieg um die Straße von Hormus.

Sie ist ein Krieg um Korridore.
Um Routen.
Um Infrastruktur.
Um die Frage, ob der Iran abgeschnitten oder nach Norden und Osten neu angebunden wird.

 

Diese Realität wird weiterhin verdrängt.

Die Welt ignoriert die Realität — aber die Realität ignoriert die Welt nicht.

Inhalt:

  • Der Bruch: Aus Feuerpause wird offener Schlagabtausch
  • Das Memorandum war kein Friedensvertrag
  • Der Vermittlerfehler: Ein Deal, den "alle" wollten, aber keiner gleich verstand
  • Die Straße von Hormus ist faktisch wieder das Zentrum der Weltwirtschaft
  • 800 Handelsschiffe, festliegende Tanker, explodierende Prämien
  • Die Ölpreis-Illusion: Märkte hatten Frieden eingepreist
  • Die „Ölschwemme“ ist ein gefährliches Narrativ
  • Kriegsrisiko wird Inflations/Teuerungsrisiko
  • Tankstelle: Der Krieg erreicht den Alltag zuerst über Sprit
  • Heizöl: Die Krise kommt zeitverzögert in den Winter
  • Lebensmittel: Der unterschätzte Düngemittelkanal
  • Die Zinsfalle: Ölpreis hoch, Teuerung hoch, Zinsen hoch
  • These: Militärische Eskalation kann politisch gewollt oder einkalkuliert sein
  • Niemand glaubt mehr an die Vereinbarung
  • Westliches Kommunikationsversagen
  • Die stille Krise unserer Zeit
  • Der zweite Kriegsschauplatz: Die Landachsen nach Russland und China

 

Podcast: „Teherans Wegezoll“

 

Aus einer Meerenge wird ein Geschäftsmodell
„Grundsatz-Essay zur Neuordnung globaler Machtstrukturen im 21. Jahrhundert – Teil 7“

Zwei Millionen Dollar pro Supertanker klingen nach Erpressung. Tatsächlich könnten sie das Ergebnis einer präzisen Kalkulation sein: hoch genug, um Iran Milliarden einzubringen – und niedrig genug, damit der Welthandel am Ende zahlt. Iran versucht, seine militärische und geografische Macht über die Straße von Hormus in ein dauerhaftes Geschäftsmodell zu verwandeln.

Berichten zufolge sollen beladene Öltanker für die Passage eine Gebühr von ungefähr einem US-Dollar je transportiertem Barrel entrichten. Bei einem voll beladenen Very Large Crude Carrier, kurz VLCC, wären das bis zu zwei Millionen US-Dollar. Als Zahlungsmittel wurden neben anderen Formen auch Kryptowährungen genannt.

Der Begriff Maut wäre dafür zu freundlich. Iran stellt keine Autobahn bereit, die es gebaut und finanziert hat. Es verlangt Geld für die Durchfahrt durch eine internationale Meerenge, deren freie Passage nach internationalem Seerecht grundsätzlich nicht von einer einseitig erhobenen Gebühr abhängig gemacht werden darf.

Der präzisere Begriff lautet deshalb: Wegezoll.
Oder, historisch ungeschminkt: Wegelagerei.

Der mittelalterliche Wegelagerer nahm dem Händler nicht die gesamte Ladung ab.
Er verlangte gerade so viel, dass der Händler zahlte und weiterfuhr.
Die Methode ist alt. Neu sind nur die Größenordnung und die Rechnung. VC

 

Inhalt:

  • Zwei Millionen Dollar sind weniger, als sie klingen
  • Der Preis liegt unterhalb der Widerstandsschwelle
  • Teheran hat die Alternativen mit eingepreist
  • Von der Erpressung zur Preisliste
  • Berechenbarkeit erzeugt Gewöhnung
  • Die normative Kraft des Faktischen
  • Bitcoin ist kein Nebendetail
  • Das eigentliche Geschäft beginnt bei der Masse
  • Die Golfstaaten würden für ihre eigene Abhängigkeit zahlen
  • Zwei Millionen Dollar kaufen keine Sicherheit
  • Die Gefahr liegt nicht bei zwei Millionen
  • Die chinesische Option
  • Teheran als verlängerter Arm Pekings?
  • Sanktionen ohne chinesischen Absender
  • Die Macht läge in der Unbeweisbarkeit
  • Vom Wegezoll zur geopolitischen Waffe
  • Konklusion: Teheran verkauft Gewöhnung
  • Besondere Konklusion: Washington wird dieses Modell nicht bestehen lassen

 

Podcast: Rechenzentren im All ⇒ SPCX

 

Von der Raketenfirma zum Rechenleistungskonzern
Der SpaceX-Börsenstart und die eigentliche Vision

Rechenzentren im All waren vor wenigen Monaten noch ein Meme. Ein Satz für Leute, die sich über überdrehte Tech-Visionen lustig machen wollten. Ein Witz irgendwo zwischen Marskolonie, Super-KI und Milliardärsfantasie.

Das ist vorbei. 

 

Heute ist „Rechenzentren im All“ kein Witz mehr. Heute ist es die logische nächste Stufe einer Industrie, die auf der Erde an ihre physischen Grenzen läuft.

Künstliche Intelligenz braucht nicht nur bessere Modelle. Sie braucht Strom. Sie braucht Chips. Sie braucht Land. Sie braucht Kühlung. Sie braucht Datenleitungen. Sie braucht Kapital. Sie braucht Infrastruktur in einer Größenordnung, die nicht mehr sauber in die alte Logik von Serverhallen, Stromnetzen und Gewerbeflächen passt.

Die KI-Industrie läuft nicht zuerst in ein Softwareproblem.
Sie läuft in ein Infrastrukturproblem.
Genau an diesem Punkt wird SpaceX interessant.

Nicht als Raketenfirma.
Nicht als Starlink-Betreiber.
Nicht als Mars-Erzählung.

Sondern als möglicher Rechenleistungskonzern. Der Börsengang von SpaceX ist deshalb kein normaler Börsengang. Er ist der Kapitalmarktstart einer Strukturwette auf die Industrialisierung des Orbits.

Inhalt:

  • Der Kern: SpaceX geht nicht als Raketenfirma an die Börse
  • Der Merger: Wie aus Raketen, KI und Plattform eine Maschine wurde
  • Die Erde wird für KI zu eng
  • Relay ist nicht Compute
  • Die Cloud-Verträge sind der erste Beweis
  • Colossus: Aus alter Trainingsinfrastruktur wird Cashflow
  • Der Börsengang finanziert den KI-Brennofen
  • Die Bewertung ist keine Bewertung, sondern eine Vorwegnahme
  • Der ETF-Effekt: Zwangsnachfrage nach dem Börsenstart
  • Lock-up: Erst Zwangsnachfrage, dann Angebotsdruck
  • Warum der Orbit wirtschaftlich Sinn ergibt
  • Das Rennen hat begonnen
  • Europa steht wieder daneben
  • Die Machtfrage ist größer als die Aktie
  • Rechenleistung wird zur Machtressource
  • Die Langfristthese: Industrie verlässt die Erde
  • Der harte Investmentkern
  • Schluss: Kein Witz mehr

 

Podcast: Energiekrise und Stagflation

 

Warum Europa vor dem gefährlichsten Wirtschaftsszenario nach dem 2. Weltkrieg steht

Westeuropa redet über Energie noch immer so, als ginge es um Preise. Strompreise. Gaspreise. Dieselpreise. Heizkosten. Verbraucherbelastung.

Das ist zu klein gedacht.

Energie ist kein gewöhnlicher Kostenblock. Energie ist die physische Basis jeder modernen Volkswirtschaft. Ohne billige, sichere und jederzeit verfügbare Energie gibt es keine wettbewerbsfähige Industrie, keine stabile Logistik, keine bezahlbare Produktion, keine verlässliche Versorgung und keine belastbare Mittelschicht.

Wenn Energie knapp oder dauerhaft teuer wird, steigen nicht nur einzelne Preise. Dann steigen die Kosten der gesamten Wertschöpfungskette. Produktion wird teurer. Transport wird teurer. Lagerung wird teurer. Landwirtschaft wird teurer. Chemie wird teurer. Bauwirtschaft wird teurer. Wohnen wird teurer. Lebensmittel werden teurer.

Genau daraus entsteht das gefährlichste ökonomische Szenario überhaupt:

Stagflation.

Die Preise steigen, während die Wirtschaft schwächer wird. Das ist keine normale Inflation. Das ist kein normaler Konjunkturabschwung. Das ist die Kombination aus beidem — und genau deshalb so schwer zu bekämpfen.

Inhalt:

• Die Energiekrise kommt nicht allein
• Der Angebotsschock: das eigentliche Problem
• Reserven sind kein Geschäftsmodell
• Westeuropas Schwachstelle
• Drei Szenarien
• Was Stagflation wirklich bedeutet
• Die 1970er Jahre: die historische Warnung
• Warum es heute gefährlicher ist als in den 1970ern
• Die Euro-Falle
• Staaten und Zentralbanken in der Falle
• Deindustrialisierung als Verstärker
• Warum Energie Wohlstand ist
• Kapitalstruktur in der Stagflation
• Anleihen: das falsche Sicherheitsgefühl
• Lebensversicherungen und Papiervermögen
• Sachwerte: keine Garantie, aber bessere Ausgangslage
• Gold und Silber
• Rohstoffe und Energieaktien
• Aktien: Qualität statt Indexgläubigkeit
• Immobilien: kein automatischer Inflationsschutz
• Internationale Diversifikation
• Der eigentliche Vermögensschutz
• Die zentrale Fehleinschätzung
• Schluss: Energie ist die Basis von Wohlstand

Jede industrielle Revolution war eine Energierevolution.